Money makes Weidenberg go round
- Erhard K
- 27. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Dez. 2025
Gegen den Bebauungsplan "Gewerbegebiet Lehen" stimmen geschlossen die Gemeinderäte des Bürgerforums Thomas Wolfrath, Martin Lochmüller und Roland Seiler zusammen mit Christa Reinert-Heinz (CSU) und Jürgen Raab (parteilos). Das Vorliegen neuer Fakten und der Umgang mit den Bürgern vor Ort hat sie dazu bewogen, ihre ursprüngliche Meinung zu ändern.
Standpunkt zu dem Eklat in der Gemeinderatssitzung am 10.11.2025
Von Thomas Wolfrath Ich distanziere mich klar von jeglicher politischen Strömung, wenn es um meine Aktivitäten im Gemeinderat von Weidenberg geht. Deswegen gehöre ich auch einem Ortsverein an, und dies aus gutem Grund: Laut bayerischer Gemeindeordnung Art. 30 ist der Gemeinderat der „Vertreter der Gemeindebürgerinnen und Bürger“ vor Ort und eben nicht der verlängerte Arm einer wie auch immer gearteten politischen Strömung.
Finanzstarkem Investor wird das Wort erteilt
Umso bedenklicher finde ich die Geschehnisse in der besagten Gemeinderatssitzung. Ausgelöst durch den Antrag des Bürgermeisterkandidaten der neuen Einheitsfraktion aus CSU, Freien Wähler und SPD Matthias Böhner wurde einem finanzstarken Investor das Wort in der Gemeinderatssitzung erteilt, obwohl klar in § 28 unserer Geschäftsordnung steht, dass Bürger kein Rederecht haben. Das Rederecht wurde dazu genutzt, die subjektive Sichtweise der offensichtlich gut mit finanziellen Mittel ausgestatten Investorengruppe darzustellen. Daran ist auch zunächst einmal nichts verwerflich.
Betroffenen Bürgern wird das Rederecht verweigert
Verwerflich wurde es, als dieselben Gemeinderäte den Bürgerinnen und Bürgern, die vor Ort in Lehen wohnen und deren Vertreter sie doch sein sollten, das Rederecht verweigerten. Damit kann und werde ich nicht einverstanden sein, mein Verständnis von Fairness und Demokratie ist anders. Und ja, ich wurde in meiner Argumentation durchaus energisch, aber niemals unverschämt. Mich dann als Mitglieds dieses Gremiums des Saals verweisen zu wollen, vermutlich aus demselben Grunde, weil ich anderer bzw. kritischerer Meinung bin als der hofierte Finanzinvestor, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
Holdingstruktur der GB & Cie
Die dargelegte Holding Struktur des Vertreters der Projektfirma „GB & Cie.“ Herrn Lischka, welche nach dessen Aussage mit „Private Equity“ Kapital in ausreichender Höhe ausgestattet ist, lässt bei mir nur einen Schluss zu: Es geht nur ums Geld! Money makes „Weidenberg“ go round! Jeder, der sich mit den Strukturen von privaten Geldgebern auseinandersetzt, kann sich vorstellen, dass man dort nicht mit einstelligen Renditen zufrieden ist. Und diesen Ertragszielen stehen dann eben ein paar betroffene Anwohner im Weg.

Geltungsbereich Bebauungsplan– nicht maßstabsgetreu Quelle: https://www.markt-weidenberg.de/leben-wohnen/planen-bauen/aktuelle-informationen
Flyer mit unlauteren Versprechungen
Je mehr ich auf die vergangenen Ereignisse schaue, wie dieses Gewerbegebiet entstanden ist, desto unglücklicher bin ich über die Art und Weise, wie es durchgedrückt werden soll. Da kommt ein hochdekorierter Politiker in den Gemeinderat und gibt seinen wahrlich guten Namen dafür her, dass eine Investorengruppe hier ein Millionenprojekt umsetzen darf. Ich betone als Geschäftsmann ausdrücklich: Geld verdienen zu wollen, ist nichts Verwerfliches. Aber offensichtlich geblendet durch die vollmundigen Versprechen auf massive Finanzströme zu Gunsten der Gemeinde ignoriert man die Bedenken der Bevölkerung vor Ort. Man macht Versprechungen, die Menschen in die Entwicklungsprozesse mit einzubeziehen, praktisch passiert ist wenig bis gar nichts.
Ich erinnere auch an den Flyer, der herausgegeben wurde, um die Mehrheit der Weidenberger/innen zu einem positiven Abstimmungsverhalten im Bürgerentscheid zu bewegen. In diesem wurde ausschließlich mit Vorteilen geworben. So propagierte man mindestens 1 Million Euro an Steuereinnahmen. Auf Nachfrage in der Bürgerfragestunde, was man tue, um diese Versprechungen auf Einnahmen zu sichern, kam nichts Handfestes - außer der klägliche Versuch, die Kritiker mundtot zu machen.
Mein Fazit
Als Selbständiger aus Leidenschaft und als Befürworter einer unternehmerfreundlichen Politik sehe ich die Suche nach Standorten für neues Gewerbe in unserer Gemeinde als durchaus notwendig, aber nicht auf diese Art und Weise. Wer falsch spielt und dabei erwischt wird, braucht sich nicht wundern, wenn es Gegenwind gibt.
Ich stehe für offenen und ehrlichen Austausch, aber offensichtlich ist das zu viel verlangt.
