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Podiumsdiskussion der drei Weidenberger Bürgermeisterkandidaten

  • 13. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Richtungswahl für Weidenberg: Weiter so mit einer Politik von gestern mit alten Mehrheiten und alten Mustern – oder endlich zukunftsorientierte Ideen für morgen

Rund 450 Bürgerinnen und Bürger waren in die vollbesetzte Weidenberger Schulaula gekommen, um die Debatte der Kandidaten Markus Will (Bürgerforum), Matthias Böhner (SPD/CSU/FWG) und Jürgen Raab (AfD) aus dem Publikum zu verfolgen. Fest steht: Weidenberg bekommt einen neuen Bürgermeister – und damit die Chance auf einen echten Neuanfang.


Moderator und Kurier-Redaktionsleiter Andreas Schmitt, Matthias Böhner (SPD, CSU, FWG), Markus Will (Bürgerforum) und Jürgen Raab (AfD)

Gewerbegebiet Lehen: Transparenz statt Politik im Hinterzimmer

Zentrales Thema des Abends war das geplante Gewerbegebiet im Ortsteil Lehen. Wie Matthias Böhner sieht auch Markus Will Gewerbegebiete als wichtigen Baustein für die Gemeindefinanzen. Er mahnte jedoch mehr Transparenz und frühzeitige Einbindung der Bürger an. Für ihn fehlt es bisher an einer offenen Kommunikation, welche Unternehmen sich ansiedeln wollen und welche Einnahmen realistisch zu erwarten sind.

Will brachte zudem einen konstruktiven Vorschlag ein: Eine klare Absichtserklärung („Letter of Intent“) zwischen Kommune und Investor könne frühzeitig Verbindlichkeit schaffen und Missverständnisse vermeiden. Sein Ansatz „nachvollziehbare Prozesse statt Hinterzimmerpolitik“ unterstreicht seinen politischen Stil: strukturiert, lösungsorientiert und offen.

Jürgen Raab äußerte sich beim Thema Gewerbegebiet zurückhaltend. Er verwies darauf, dass bislang keine konkreten Informationen über ein ansiedlungswilliges Unternehmen vorlägen und warnte vor zu optimistischen Erwartungen bei möglichen Gewerbesteuereinnahmen.


Frischer Blick für Weidenberg: Markus Will überzeugt mit neuen Impulsen und klaren Konzepten

Beim Thema Zusammenarbeit im Gemeinderat betonte Markus Will die Bedeutung eines respektvollen Umgangs und neuer Impulse. Gerade hier sieht sich der Kandidat des Bürgerforums als Brückenbauer – unabhängig von einer Parteiideologie, sachorientiert und bürgernah.

Weiterhin machte er deutlich: Weidenberg hat seine Pflichtaufgaben erfüllt – jetzt braucht es die „Kür“. Genau hier setzt Will an. Gerade in dieser Phase des Übergangs kann ein unabhängiger Kandidat frische Ideen einbringen, eingefahrene Strukturen konstruktiv hinterfragen und Entwicklungspotenziale konsequent nutzen.

Im Gegensatz zu anderen Kandidaten, die seit Jahrzehnten Teil bestehender Mehrheiten im Gemeinderat sind, bringt Markus Will einen unbelasteten, neuen Blick von außen mit. Sein Ziel ist kein „Weiter so“, sondern ein moderner, zukunftsorientierter Kurs.

Jürgen Raab sprach sich für „flache Hierarchien“ und ein gutes Miteinander aus. Seine Beiträge blieben dabei eher allgemein gehalten und beschränkten sich überwiegend auf grundsätzliche Aussagen zur Zusammenarbeit.


Wirtschaft, Tourismus und Standortmarketing

Mit seiner beruflichen Erfahrung im Marketing bringt Markus Will Kompetenzen mit, die für die Weiterentwicklung der Marktgemeinde entscheidend sind. Er möchte die „Marke Weidenberg“ stärken, die Lage als Tor zum Fichtelgebirge strategisch nutzen und so gezielt Familien, Gäste und Unternehmen ansprechen. Statt ausschließlich auf neue Gewerbeflächen zu setzen, denkt er ganzheitlich: Standortprofil schärfen, Identität stärken, nachhaltige Einnahmequellen schaffen.

Im Vergleich zeigt sich: Böhner setzt auf die Fortsetzung der bisher vorgegebenen Linie, ohne über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und ohne neue, eigene Ideen zu präsentieren, wohin er die Kommune langfristig führen möchte. Will dagegen denkt in Standortprofilen und wirksamen Entwicklungsperspektiven – ein Aspekt, der in Zeiten zunehmenden Standortwettbewerbs immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Raab sah ebenfalls Potenzial im Tourismus und verwies auf Investitionsbedarf bei Straßen, Brücken und Leerständen ohne konkrete Konzepte zur Umsetzung oder Priorisierung der Maßnahmen.


Erneuerbare Energien mit Augenmaß

In der Energiepolitik sprach sich Will klar für Photovoltaik auf Gebäuden aus, lehnte jedoch großflächige Anlagen im Außenbereich sowie Windkraftanlagen ab. Damit verbindet er Umweltbewusstsein mit dem Schutz von Landschaft und Lebensqualität. Seine Haltung ist pragmatisch und orientiert sich an den Gegebenheiten vor Ort.

Sein Ansatz: Nachhaltigkeit ja – aber im Einklang mit Landschaftsbild und Lebensqualität.

Raab lehnte Photovoltaik-Freiflächenanlagen ebenfalls ab und sprach sich für PV auf Gebäuden zur Eigenversorgung aus. Darüber hinaus brachte er die Option einer Hackschnitzelanlage ins Gespräch und befürwortete grundsätzlich auch eine Rückkehr zur Atomkraft. Eine konkrete Einordnung, wie diese Positionen auf kommunaler Ebene umgesetzt werden könnten, blieb offen.


Diskussion um politische Haltung

Im Rahmen der Publikumsfragen wurde Jürgen Raab auch auf seine Teilnahme an einer Veranstaltung mit dem thüringischen AfD-Politiker Björn Höcke angesprochen. Auf die Frage, ob die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort nicht wichtiger seien als die Thesen eines Landespolitikers, verteidigte Raab seine Position und erklärte, jeder solle sich selbst ein Bild von Höcke machen. Ein mögliches Redeverbot sehe er kritisch.

Diese Aussagen sorgten im Saal für deutliche Reaktionen aus dem Publikum. Die Situation machte sichtbar, dass über kommunalpolitische Themen hinaus auch die politische Grundhaltung der Kandidaten für viele Wählerinnen und Wähler eine Rolle spielt.


Fazit

Die Diskussion zeigte die unterschiedlichen politischen Ansätze:

  • Markus Will überzeugte mit klaren Positionen, fachlicher Kompetenz und einem frischen Blick von außen. Er steht für Transparenz, Bürgernähe und eine strategische Weiterentwicklung der Gemeinde.

  • Matthias Böhner dagegen blieb bei seinem "Weiter so" mit der Politik von gestern mit alten Mehrheiten und alten Mustern – ohne zukunftsorientierte Ideen für morgen.

  • Jürgen Raab positionierte sich in mehreren Themenfeldern grundsätzlich, blieb jedoch häufig bei allgemein gehaltenen Aussagen und ohne vertiefte konzeptionelle Ausarbeitung.

Wer also Weidenberg behutsam im bisherigen Status quo verwalten möchte, findet bei Matthias Böhner Orientierung.

Wer jedoch frischen Wind, eine moderne Führung und eine klare Zukunftsstrategie für Weidenberg sucht, findet in Markus Will den überzeugendsten Kandidaten mit dem größten Gestaltungspotenzial für die kommenden Jahre.



Blick ins Publikum der vollbesetzten Weidenberger Schulaula

 
 
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